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12.12.2007 | Christian Cahn von Seelen
Die neue Debatte um Managergehälter – Zwischen Spitzensport, Japan und Staatsunternehmen
Während die Sub-Prime-Krise ihre Kreise in der Finanzwirtschaft zieht, jüngst bei der UBS, wird erneut von politischen und anderen Parteien die Frage nach der Angemessenheit der Managergehälter und insbesondere Abfindungen aufgeworfen.
Die Vorschläge kreisen dabei von Gehaltobergrenzen analog zum Mindestlohn, wie von der SPD ins Gespräch gebracht, bis zu einer Obergrenze bei der Absetzbarkeit von Abfindungen, was auch die CDU anregt.
Pikant dabei, das nach einer aktuellen Gehaltsstudie insbesondere die Staatsunternehmen sich durch überdurchschnittlich hohe Gehälter auszeichnen, die von denselben Politikern in den Aufsichtsgremien abgenickt werden.
Interessant auch, dass die Millionengehälter von Leuten, die besonders schnell im Kreis fahren, oder einen runden Ball mehr oder minder zielgerichtet über eine grüne Fläche befördern, dabei vor der Tür bleiben, ebenso wie die Millionengagen von Pop-Sternchen und solchen, die sich dafür halten. Eventuell liegt das daran, dass ein Herr Schumacher natürlich mehr Fans (und Unterhaltungswert) hat, als ein Herr Mehdorn – mit oder ohne Streik. Zumindest Professor Hirte hat diesen Aspekt auch in die Diskussion eingebracht.
Die Süddeutsche Zeitung weist darauf hin, dass die zweit-erfolgreichste Industrienation der Welt auch hier ihren eigenen Weg gefunden hat: Japan. Ein kurzer Versuch der „jungen Wilden“ um den Firmengründer Horie, Shareholder Value einzuführen, kann als gescheitert betrachtet werden; Horie selber sitzt im Gefängnis. Stattdessen betonen japanische Firmen Werte wie Firmenzugehörigkeit, Zuverlässigkeit und langfristiges Denken auch in Bezug auf ihre Führungsmannschaft.
Auch dieser Aspekt ist nichts neues: Professor Lutter, aus der Corporate Governance Kommission, zog dieses Beispiel schon vor Jahren heran. Die Verlängerung der Lebensarbeitszeit, gerade für Fach- und leitende Führungskräfte, ist in Japan ohnehin nichts neues, da diese Gruppe traditionell schon immer der Firma bis ins hohe Alter als Berater zur Verfügung stand.
Aus unserer Sicht, vor dem Hintergrund unserer eigenen, intensiven Beratungsarbeit mit japanischen Klienten, können wir nur bestätigen, dass die langfristige Sicht und persönliche Zuverlässigkeit auch die Beratung einfacher und wirksamer machen. Auch für den deutschen Mittelstand mit seiner langfristigen Orientierung ist „Shareholder Value“ sicherlich nicht die richtige Antwort, wie z.B. Professor Simon in seinem vielbeachteten Buch „Hidden Champions“ dargestellt hat.
Ob allerdings eine staatliche oder fiskalische Regulierung die richtige Antwort sind, mag zu bezweifeln sein: Auch in Japan sind Abfindungen im wesentlichen steuerfrei – weil sie meist erst am Ende der Berufszeit als Bestandteil der Altersrente ausgezahlt werden.